Recruiting auf dem Land als
Problemstellung


Karriere – Ratgeber


Klassische Ballungsräume wie zum Beispiel Großstädte locken junge Menschen an. So entsteht das Problem, dass kleine und mittelständische Unternehmen (welche ohnehin oft Rekrutierungsprobleme haben) vor noch komplexeren Herausforderungen stehen. Das Phänomen der Urbanisierung ist in den letzten Jahren immer drängender für diese Unternehmen geworden. Der klassische Abiturient vom Land studiert in einer der Studentenstädte wie Köln oder Berlin. Im Anschluss kommt dann der Berufseinstieg – und auch dieser ist meist in einer Metropole angesiedelt. So wollen junge Absolventen etwas erleben und unter Gleichaltrigen sein sowie ihre Flexibilität und Mobilität nicht aufgeben. Das ist alles eher in Großstädten gegeben als auf dem Land.
Diese Tatsachen führen dazu, dass das Recruiting sich fragen sollte, welche Vorteile den Fachkräften auf dem Land geboten werden können, um die dortige Standortattraktivität zu steigern.

Mit den folgenden Themenschwerpunkten sollte das Recruiting sich daher auseinandersetzen, um Fachkräfte vom beruflichen Wechsel auf das Land zu überzeugen.shutterstock_287427062_repina-valeriya

1. Heimatgefühl

Bei der Kommunikation mit potenziellen Bewerbern kann das Recruiting auf den Wert des Heimatgefühls zurückgreifen. Da viele mögliche zukünftige Mitarbeiter für ihr Studium weggezogen sind, werden viele von ihnen im Heimatort noch ihre Familie und Freunde haben. Das kann durchaus ein Argument dafür sein, ein Dorf einer Großstadtmetropole vorzuziehen. Darüber hinaus ist es auch finanziell von Vorteil für das Recruiting, auf diese Art der Kommunikation zurückzugreifen. Denn die Alternative wäre, entweder nicht genug Bewerber zu erhalten; oder teure Zusatzleistungen anzubieten.

2. gezieltes Personalmarketing

Mittlerweile gehen immer mehr Unternehmen neue Wege im  Recruiting und dazu über, gezielt genau die Fachkräfte anzusprechen, welche über die Feiertage in der Heimat sind. So werden Plakate genutzt und Anzeigen in Regionalzeitungen genau zu dieser Zeit geschaltet. Zwar wird sich während der Feiertage niemand bewerben, aber die Fachkräfte können sich nach den Feiertagen von ihren neuen Wohnorten aus bewerben. Hierbei sind aber nicht nur die Fachkräfte die Zielgruppe, sondern auch deren Familie und Freunde. Denn diese haben natürlich auch Interesse daran, die Fachkräfte in die Heimat zurückzubringen.

3. Erweiterung der Zielgruppe

Eine weitere Möglichkeit ist, die Zielgruppe der potenziellen Bewerber zu erweitern. So ist es definitiv eine Überlegung wert, statt einem Young Professional mit drei Jahren Berufserfahrung einen Absolventen auszuwählen und diesen dafür weiterzuentwickeln. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ein Absolvent günstiger ist, sondern auch; dass dieser unternehmensindividuell eingearbeitet und entwickelt werden kann.

4. Zusatzleistungen

Letztendlich ist es natürlich immer eine Möglichkeit, die Konditionen eines Arbeitsverhältnisses besser zu gestalten, sodass dieses attraktiver für potenzielle zukünftige Mitarbeiter ist. Das kann einerseits über die Vergütung passieren, aber auch durch etliche Zusatzleistungen wie zum Beispiel Sportangebote, Mitarbeiterrabatte, flexible Arbeitszeiten oder die Duldung von Hunden am Arbeitsplatz.

Karriere – Guru: kleine und mittelständische Unternehmen haben vor Allem außerhalb der Ballungsräume Probleme, Fachkräfte an sich zu binden. Dennoch gibt es für das Recruiting verschiedenen Möglichkeiten, der Land – Stadt Wanderung entgegenzuwirken.